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Nieren- und Mannheim-Fan mit Hang zur Symmetrie

19. Oktober 2012
SCHÖNAU: Ärztin Justine Warzok hat vor kurzem eine Praxis auf der Schönau übernommen / Von dem Stadtteil ist sie positiv überrascht Nieren- und Mannheim-Fan mit Hang zur Symmetrie (Pressemitteilung: Von unserem Redaktionsmitglied Jan Zurheide / Mannheimer Morgen, Freitag, 31.08.2012)   (Wieder zurück in Mannheim, neu auf der Schönau: Justine Warzok an ihrem Arbeitsplatz in ihrer Praxis. Im Hintergrund hängen zwei Bilder von der Hobby-Fotografin. © jaz) Jetzt ist Justine Warzok doch wieder dort gelandet, von wo sie eigentlich nie weg wollte - in ihrer Stadt, in Mannheim. Seit April arbeitet die Ärztin im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) für Nierenerkrankungen und Bluthochdruck auf der Schönau. Seit fünf Monaten hat sie also erst im Mannheimer Norden zu tun. Doch die haben gereicht, um ihr Bild von der Schönau zu verändern. „Ich habe mich gewundert, warum die Schönau so einen schlechten Ruf hat. Hier passiert doch viel. Und die Bürger sind bislang durchweg sehr nett“, sagt sie. Die 38-Jährige ärgert das schlechte Image der Schönau. Richtig aufgeregt wirkt die Ärztin, wenn sie davon schwärmt, wie grün die Schönau sei, und wie viel hier gebaut und renoviert werde. Aber wer die Schönau nicht kenne, habe eben immer noch das alte Bild des Stadtteils vor Augen. „Ich halte dann schon mal flammende Reden für die Schönau.“ Doch das ist nicht das Einzige, was Warzok für ihr neues Arbeitsumfeld tut. Als sie von dem Kindertheaterprojekt des Capitol „Woanders ist immer anders“ hört, schenkt sie jeweils einem Kindergarten in Sandhofen und auf der Schönau Aufführungen. „In dem Stück geht es um Integration. Da gibt es hier sicherlich auch noch Bedarf“, sagt sie. Obwohl sich Warzok so für Mannheim und die Schönau begeistert - wohnen tut sie in Heidelberg. Als sie eine Stelle im dortigen Nierenzentrum antrat, hatte sie keine Lust zu pendeln und kehrte ihrer Heimatstadt den Rücken. „Dabei wollte ich eigentlich nie aus Mannheim weg.“ Doch auch wenn sie jetzt wieder in ihrer Stadt arbeitet, spielt ein erneuter Umzug nach Mannheim - vielleicht sogar in den Norden - vorerst keine Rolle. „Nun pendele ich ja doch“, stellt sie dabei ironisch fest. Nach wie vor gefalle ihr aber Mannheim viel besser als Heidelberg. „Hier ist es doch viel schöner - vor allem kulturell, zwischenmenschlich und zum Einkaufen. Ich bin absoluter Fan von Mannheim“, betont sie. Entsprechend freut es sie besonders, nun wieder hier arbeiten zu dürfen. Die Arbeit mit Nierenkranken gefällt ihr, aber sie ist oft auch nicht einfach. Dialyse-Patienten werden dreimal die Woche für vier bis fünf Stunden an die Dialyse-Maschinen angeschlossen. Da kommt es schon mal vor, dass manchen Patienten die Lebenslust verlässt. „Da bin ich dann auch Psychiater“, sagt sie. Ihre Fachrichtung war lange nicht klar. Nach der Ausbildung wollte sie am liebsten alles machen. Ein älterer Kollege empfahl ihr dann, sich auf die Niere zu spezialisieren, „weil die eben mit allem zu tun hat - Knochen, Organe, Blut, Haut, Urin. Ich bin ein echter Fan der Niere“, sagt Warzok und muss dabei lachen. Neben der Medizin hat die 38-Jährige aber noch zwei weitere Leidenschaften. Seit sie sich vor ein paar Jahren zu einem Fotografie-Kurs angemeldet hat, kommt sie von diesem Hobby nicht mehr ganz los. Vor allem Gebäude haben es ihr angetan. „Ich habe einen Hang zur Symmetrie und liebe gerade Linien und rechte Winkel“, sagt sie. Zusammen mit anderen Fotografen hat sie auch schon Fotoreisen nach China oder Lappland unternommen. Die Ergebnisse hängen größtenteils in Arztpraxen. Ihre Werke haben sich unter den Kollegen herumgesprochen. Auch in Warzoks Praxis auf der Schönau sind einige ihrer Fotos ausgestellt. Warzoks zweites Hobby hingegen wird es wohl eher nicht in die Praxis schaffen. Die Ärztin spielt seit 25 Jahren Akkordeon in einem Verein in Friedrichsfeld. „Nicht das coolste Instrument“, gibt sie zu. Doch Spaß macht es ihr trotzdem immer noch. „Mannheim ist übrigens auch eine richtige Akkordeon-Stadt“, fügt sie hinzu. Sicherlich auch ein Grund, warum sie diese Stadt so schätzt. © Mannheimer Morgen, Freitag, 31.08.2012  (http://www.morgenweb.de/mannheim/stadtteile/schonau/nieren-und-mannheim-fan-mit-hang-zur-symmetrie-1.704036)